„Winter in my Heart“?


Die Luft hatte schon so nach Frühling gerochen. Sämtliche Frühlingsboten wie Schneeglöckchen, Primeln und erste Schmetterlinge hatte ich schon gesichtet. Doch nun kann ich meinen eigenen Atem wieder sehen und eine dünne Schneeschicht verschleiert das Land.

Es ist Ende März, während ich dieses kühle Szenario erlebe und es ist auch Ende März, wenn ich daran denke, wie lange dieser Winter für mich schon dauert. Im Job wurde es ab November heftiger, weshalb ich fast nicht zum Trainieren gekommen bin und ich daher kein Querfeldeinrennen mehr gefahren bin, meine Ressourcen waren anderswo gebunden. Abends war die Motivation im Keller, mein gelber Renner stand im Rollentrainer eingespannt im Wohnzimmer und machte mir nur schlechtes Gewissen. Ich fand Rollentraining immer schon wahnsinnig öde und es war mir fast unmöglich, länger, als eine Stunde „auf der Rolle“ zu trainieren. Und diesen Winter oft nicht mal das. Da hilft auch nicht das beste Fernsehprogramm oder DVDs meiner Lieblingsserien. Ich bewundere Leute, die stundenlang auf der Rolle trainieren können. Das schaffe ich mental nicht. Wie schön sind im Vergleich dazu Ausfahrten auf der winterlichen Donauinsel oder in die Lobau… Lauftraining oder Fitness-Center können als Ausgleich nicht mal die Grundversorgung an Endorphinen sicherstellen, sie sind im Vergleich zum Radfahren einfach in einem unglaublich frustrierenden Maß fad. Fühlt sich so Entzug an?

Viel Arbeit, wenig Training insgesamt, wenig Ausfahrten und der „Entzug“ ließen die Abwärtsspirale anfangen zu drehen. Hinzu kam das Pech, dass ich mich im Jänner und Feber jeweils eine Woche mit Fieber ans Bett gefesselt wieder fand. Zur Angst, mich mit Sport draußen wieder zu verkühlen, kam eine dauerhafte Müdikgeit und ich war ständig zu demotiviert, irgendetwas sportliches zu machen und das Belohnungszentrum verlangte zumindest nach Schokolade, was sich natürlich negativ auswirkte… Ich war noch nie so unförmig um diese Zeit des Jahres, nicht mal im Winter/Frühjahr 2012, als ich mit meinem Nasenbeinbruch inkl. OP und AKH schon richtig Pech hatte.

Mittlerweile konnte ich zwar die Abwärtsspirale stoppen und mich bezüglich Motivation wieder auf das Niveau eines ambitionierten Hobbysportlers bringen. Während ich nun wieder halbwegs  regelmäßig Sport mache – leider viel zu wenig am Rad – merke ich auf der heutigen Laufrunde, wie sehr ich diese kalten Witterung mit Temperaturen unter null und eisigem Wind schon hasse. Es war ganzen Winter hindurch entweder Schnee oder starker Wind, Verhältnisse, bei denen ich zur kalten Jahreszeit nicht fahre. Und wenn das nicht war, war ich krank. Ein Winter zum Vergessen, die Saisonplanung habe ich mittlerweile revidiert, mit etwas Glück kann ich Anfang Juni wieder halbwegs in Form sein.

„Winter in my Heart“ ist natürlich übertrieben und eigentlich falsch, ist aber der Songtitel, der mir dazu auf der heutigen Laufrunde spontan dazu eingefallen ist. Er passt einfach zu diesem Erscheinungsbild der Umgebung im botanischen Garten und dem Belvedere-Garten, die ich mir heute für meinen Lauf ausgesucht habe, er passt zur winterlichen Melancholie, die sich heute wieder über Wien gelegt hat. Vielmehr wachsen in meinem Herz schon Schneeglöckchen und Primeln und die Schmetterlinge zeigen mir, dass es bereits schon sehr warm ist und sehr bald noch wärmer wird. In meinem restlichen Körper ist allerdings noch tiefster Winter, da ist frühestens im Mai oder Juni Frühling.

Der Song zum Tag ist übrigens von VAST und nennt sich eben „Winter in my Heart“. Hier der Link zum Song http://www.youtube.com/watch?v=KO9BMAbiOfc. Die Bilder sind übrigens nicht von heut‘ 😉

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