Andlersdorf 2 – „Vurschrift is‘ Vurschrift!“ für Nummer 177

Gleich nach der Ankunft in Andlersdorf musste ich den den stürmischen Wind hier am Marchfeld zur Kenntnis nehmen. „Das kann ja heiter werden, bei dem Gebläse!“, denke ich mir. Schlechte Form, Kopfweh und dieser Sturm bilden keine gute Basis für Heldentaten zum Saisonauftakt – so wie damals, im Herbst 2008, als ich mein erstes Querfeldein-Rennen genau hier fuhr. Wo ich nun mein Auto auf die Wiese geparkt hatte, bin ich damals in der ersten Runde fast gestürzt. 2 glimpflich verlaufene Stürze und 60 min später hatte ich es geschafft, bei meinem ersten Querfeldeinrennen nicht letzter zu werden. Das empfand ich damals als kleine Heldentat.

Andlersdorf 2008 - hier an Pos. 2

Andlersdorf 2008 – hier an Pos. 2

Was ich nun hier bei der Startnummernausgabe mitbekam (Veranstalter war der legendäre RC Schnecke), überraschte mich ein wenig. Das kleine Zeitfahren hier war Teil der österreichischen Masters-Meisterschaften, d.h. sämtliche österreichische Könner der Altersgruppe 40+ waren hier und – da auch jedermann starten durfte – etliche Könner jüngeren Alters, wie z.B. ein Paralympics-Starter (ihm fehlt ein Unterarm) und der ehemalige Journalistenweltmeister im Zeitfahren. Die Chance auf eine gute Platzierung war somit schon jetzt passé (nicht, dass ich den beiden Genannten Paroli bieten hätte können, aber die waren nur die Spitze des Eisbergs der Besseren). Die Nummer 177 begleitete mich übrigens bei meinem Saisondebut 2013. Sie taugte aber nicht für ein Zahlenspiel, aus dem man ein Omen für irgendwas ableiten hätte können.

177

„Vurschrift is‘ Vurschrift!“ Erst jetzt bemerke die Vermessungsstation mit einem eigenartigen Gestell neben dem Zelt der Startnummernausgabe. Weil hier eben die Masters um meisterschaftlichen Ruhm und nicht nur für die Ehre fuhren, galt es, die Regeln des ÖRV (österr. Radsportverband) bzw. der UCI (Radsportweltverband) für das verwendete Material, sprich die Fahrräder, einzuhalten. Diverse Maßangaben waren auf einer Tafel ersichtlich und die eine oder andere Wasserwaage zierten dieses Gestell. Dieses diente als eine Art Schablone, an die das Rad zu stellen war, um zu sehen, ob alles den Maßen lt. Reglement entspricht. Den Wünschen des Regelwerkes ist stets nachzukommen: Sattelposition entsprechend waagrecht und mind. 5 cm hinter einer senkrechten, gedachten Linie durch das Tretlager, Distanz von dieser Linie zum Ende der Lenkerextensions (Drehachse der Lenkerendschalthebel) max. 75 cm, und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Diese Maße gelten für alle Zeitfahrräder, auch für die Räder kleinerer oder größerer Athleten (ob auch für die Räder von Frauen? Keine Ahnung…). Mit meinem Durchschnittsmaß von 176 cm Körpergröße passt mein Zeitfahrer gut ins Regelwerk. Größere oder kleinere Fahrer müssen sich eine Ausnahmegenehmigung vom ÖRV für ihre von den Regeln abweichende persönliche Verschmelzung von Mensch und Maschine besorgen.

passt ned

passt ned

Paaaaasst

Paaaaasst

Da ich meist bei (Staffel-)Triathlons starte, wo alles peinlich genau reglementiert ist, außer die Sitzposition am Rad (die schon auch, soweit ich weiß, aber mit großen Freiheiten), habe ich mich bisher wenig um die zentimetergenaue Einstellung meines Zeitfahrers gekümmert. Der gestrenge Blick des Funktionärs ergab nun, dass mein Sattel ca. 2,5 cm nach hinten versetzt werden musste. Sah zwar etwas komisch aus, die Sitzposition fühlte sich aber gut an. Mittlerweile ist er aber wieder etwas nach vorne gewandert… Aber erst nach dem Andlersdorf-Rennen. Denn: „Vurschrift is‘ Vurschrift!“

2,5 cm nach hinten

2,5 cm nach hinten

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