Schnittmenge Gothic und Radsport: Gegenprobe

Vor kurzem hatte ich mir beim Amphi-Festival die Frage gestellt, ob ich als Hybrid aus Rennradler und Gothic-Fan alleine bin. Ich hielt Ausschau nach Radlerbräune auf Oberarmen und rasierten Beine. Die Tage in Köln gaben zwar keine endgültige Antwort, jedoch ist mir bewusst geworden, dass die Schnittmenge wohl sehr sehr klein ist.

Gegenprobe? D.h. die Suche nach SCHWARZ auf Sportveranstaltungen. Aufgrund der Menge schon mal schwierig, mehrere Tausend Besucher beim Amphi-Festival vs. der doch vergleichsweise geringen Grundgesamtheit von zwei- oder dreihundert SportlerInnen und Sportlern bei einem Event, bzw. der doch auch recht überschaubaren Rennrad- und Triahtlon-Szene in Ostösterreich. Wenn ich „Gleichgesinnte“ finden möchte, muss ich aber auch dann suchen, wenn die Chance gering ist. Ich bin ja auch nicht unbescheiden, es muss ja kein Vollblut-Gruftie sein, bin ich ja auch nicht, aber ein etwas überdurchschnittlicher Teil der musikalischen Seele in SCHWARZ wäre schon interessant – ganz normale Gothic-Fans halt.

Ich denke auch, dass man Gothics außerhalb ihres Habitats (hahaha: z.B. dem Friedhof) erkennen könnte. Bei der Sportausübung selbst wird man wohl nichts finden, eh klar – da gibt’s auch nichts SCHWARZES an mir… Außer vielleicht die Körbler-Zeichen an den Handgelenken, die sind zwar schwarz aber eben nicht gothic-SCHWARZ (dazu aber ein anderes Mal). Aber rundherum, davor, danach, da könnte doch etwas SCHWARZES geortet werden, hätte ich gedacht.

Ein paar schwarze Tupfer, ein wenig einschlägige Symbolik hie und da, evtl. Anzeichen eines gruft-affinen Hairstyles (im „normalen Leben“ vielleicht etwas weniger gestylt), vielleicht ein Bandshirt für die Zeit vor oder nach dem Bewerb selbst – könnte sich ja ähnlich verhalten, wie beim Metal: http://science.orf.at/stories/1698397.

Wenn ich mich so an meine Starts bei diversen Events erinnere, seien es Rad-Events oder Triathlon-Veranstaltungen, wo ich immer als Staffel-Radler dabei bin, zeichnet sich auch hier eine Bestätigung der Amphi-Beobachtungen ab: Schnittmenge Gothic-Fan mit Radsport und Triathlon: Null. Gegenprobe stimmt somit. Schon am Autoparkplatz, wo das Material unter Beschallung aus dem Autoradio ausgeladen und vorbereitet wird, ist mir noch nie etwas Dunkleres, geschweige denn SCHWARZES zu Ohren gekommen. Keine Bandshirts oder dergleichen bei der Startnummernausgabe oder im Anschluss an den Wettbewerb. Ja, OK – man wird auch unabhängig vom Musikgeschmack erwachsen und trägt so was eigentlich nicht mehr (ich mag diesen Teil des Erwachsenseins allerdings nicht und trage sie trotzdem ;-)). Vielleicht Begleitungen der SportlerInnen, die sich nicht sportiv anziehen, mit SCHWARZEN Indizien? Fehlanzeige. Auch sonst nichts, was auf SCHWARZES hindeuten könnte.

Aber einmal hatte mich jemand auf mein Paradise-Lost-T-Shirt angesprochen. Tolles Philosophieren über Draconian Times, Trainingsrückstand, Tragic Idol, Sitzposition am Zeitfahrrenner und One Second. Und darüber, dass es die Band schon so lange gibt und wir alt werden. Schön war’s. Aber er war auch kein Gruftie.

Ich suche weiter und ich werde mich auch weiter zu erkennen geben: Ein bisschen was beim Outfit (die unerwachsenen Bandshirts), Prolo-Auftritt am Parkplatz mit Musik aus dem Auto, wenn ich mein Material herrichte und seit letztem Sonntag, wo ich beim Triathlon in Pöttsching mit einer Staffel angetreten bin, jeweils ein Amphi-Pickerl auf beiden Seiten der Scheibe.

P.S.: Die Studie über Metaller sagt: „Heavy-Metal-Fans ließen sich nicht in eine Schublade stecken.“ Auch auf Gothic-Fan übertragbar, denke ich. Also, Schublade auf und mich wieder rausnehmen. Bitte. Danke.

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2 Kommentare
  1. Katja sagte:

    super Artikel – und bleib ja bei den unerwachsenen Bandshirts 🙂 bald is eh wieder Reigen-Zeit 🙂

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