Langzeittest: Schuhe, Specialized S-Works Road 2013

„Die Rote Laterne“ goes Konsumverblödung… Also, ein paar Tests, Reviews und sonstiges Kommerziges – heute, hier und jetzt der erste Beitrag: 1 Jahr Specialized S-Works Road, somit quasi gleich ein Langzeittest.

Nun denn… 2013 mussten neue Schuhe her. Warum? Einfach so, z.B. um das Belohnungszentrum im Hirn ein wenig zu beruhigen. Bis dahin war ich schon einige Marken gefahren, aber mit den Specialized-Böcken hatte ich bisher die beste Erfahrung gemacht, auch mit den Specialized S-Works Road 2010, die ich bisher verwendete. Und außerdem bzw. vor allem schauen sie super aus, finde ich.

Zum Händler meines Vertrauens gestapft, zugeschlagen und dann daheim die Cleats bei einer „Fahrt“ auf der Rolle eingestellt. Eine Tätigkeit, die mir ziemlich auf die Nerven geht, weil’s gar nicht so einfach ist, die Pedalplatten (Look Kéo in meinem Fall) links und rechts haargenau gleich zu positionieren. Vorher noch abgewogen. Lt. meiner leider wenig vertrauenswürdigen Küchenwage hat ein Treter inkl. Cleat 269 Gramm. Schon leicht.

Überhaupt, ein ziemlich puristisches Beinkleid, kein Material an irgendeiner Stelle zu viel verwendet. Aber alles da, was der Rennradlerfuß braucht. Das Obermaterial ist auch wesentlich strapazierfähiger, als befürchtet – sieht nach einem Jahr Einsatz (ja, ok, wenig Kilometer) noch recht gut aus.

Dünne Sohlen sollen gut sein, da sie den Fuß näher an die Pedalachse bringt, was wiederum besseres Pedalieren ermöglicht. Die Carbonsohle dieser Schuhe ist übrigens so dünn, dass nur die kürzeren Schrauben, die den Schuhen beigelegt sind, verwendet werden können. Die Schrauben, die bei den Cleats beigelegt sind, sind (angeblich) zu lange, habe es nicht getestet. Natürlich kann ich nach vielen Kilometern sagen, dass die Sohle supersteif ist, aber meine Beinkraft reicht wohl nicht, um einem marktüblichen Rennradschlapfen mit Carbon-Sohle Biegung zu verschaffen, also wurscht.

Wie üblich für Specialized gibt’s, je nach persönlichem Fußgewölbe, unterschiedliche Einlegesohlen. Das blaue Modell „Mittel“ mit Stützung des Fußgewölbes hat sich bei mir im Vorgängermodell bewährt, brachte und bringt bei mir tatsächlich ein angenehmeres Gefühl beim Pedalieren. Dass allerdings standardmäßig das rote Modell „Flach“ beim Schuh dabei ist, ist alledings ein Witz, wenn man, wie z.B. in meinem Fall, die blauen kaufen muss und nicht tauschen kann… Braucht wer rote Einlagen für irgendwas? Nein? Ah ja…

Zum Verschluss-System. Gewöhnlich hat ein Rennrad-Schuh 3 „Verschlüsse“, auch dieser. Ein Klettverschluss, der mMn eher Zierde ist, soll dabei mehr Halt im Vorderfuß bringen… Gut, wenn die von Specialized meinen… Dazu zwei Boa-Drehverschlüsse. Diese Verschluss-Methode mit Drehknopf und Metalldraht (Stahlschnürzug nennt’s Specialized) sorgt nach wie vor für Skepsis bei den Radlern. Hält das? Bei mir jedenfalls schon. Bombenfest und absolut verlässlich über viele, viele Kilometer. Ich finde das System im Gebrauch genial, denn die Einstellung ist einfach und sehr exakt – indem man einen Drehverschluss um eine Raste dreht, ist eine unglaublich genaue Anpassung auf die persönlichen Wünsche hinsichtlich Druck und dessen Verteilung möglich. Verglichen mit einer klassischen Ratsche ähnlich einfach, mit einem Klettverschluss (aufmachen-zumachen) bringt man das aber selten so exakt zusammen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass zu jedem Drehverschluss nur ein Befestigungspunkt (gegenüber) kommt, eine Konstruktion mit längeren Schnürzügen mit einem Drehverschluss auf 2 Befestigungspunkten empfinde ich nicht so gut, weil bei den einzelnen Verschlusspunkten nicht unterschiedlich fest geschnürt und auch nicht so exakt eingestellt werden kann (kleines Problem bei einem Vorgängermodell, das ich ebenfalls verwende). Zusätzlicher Vorteil des Boa-Systems für Leute wie mich, denen es an den Füßen einfach fast immer, außer im Sommer, kalt ist, und die daher auch in der Übergangszeit (leichte) Überschuhe tragen: Die Drehverschlüsse sind auch durch die Überschuhe zu bedienen. Geht mit Klettverschlüssen und Ratsche nicht. Hat auch beim Posen mit Zeitfahrüberschuhen Vorteile.

Die Passform der aktuellen Modelle aus der S-Works-Reihe ist übrigens unterschiedlich zu den Vorgängermodellen. Etwas flacher im Vorderfuß und bei den Zehen. Das muss man mögen. Dass die unterschiedlichen Firmen unterschiedliche Passformen haben und man daher die Schuhe nicht unbedingt nach dem Design kaufen sollte, ist ja bekannt. Mir passen die Specialized-Schlapfen, auch das Vorgängermodell (da gibt’s zwar eine andere Firma, die ich mal ausprobieren möchte, das aber frühestens 2015). Ich hatte zwar die längste Zeit, das Gefühl, dass mir die Schuhe zu klein sind, bin ich mittlerweile überzeugt, dass sie haargenau passen. Vor allem wenn ich etwas mehr Druck auf das Pedal bringe vergesse ich nahezu, dass ich Schuhe an habe. Gutes Gefühl.

Blöderweise ist diese Kaufentscheidung eine eher teure… Mit dem Preis (>300 EUROnen) kann man aber endlich mit Frauen, die sich über die Preise ihrer Designer-Schuhe unterhalten, mitreden. Ok, ich muss relativieren, denn z.B. diese Manolo-Schlapfen kosten tw. doppelt so viel. Insgesamt sind die aktuellen S-Works Road ein super Schuhwerk und ich empfinde eine starke Zuneigung zu ihnen was deren Optik betriff. Und an meinen Füßen gibt es ein gutes Gefühl, wenn sie sich in diesen Schlapfen befinden. Man muss allerdings die Passform mögen. Aber wer beim Radsport kein solcher Konsum-Dodel wie ich ist, kann sicher auch günstigere Schuhe mit ähnlicher Performance kaufen. Bessere Performance wird aber mMn schwierig (abgesehen eben davon, dass einem die Passformen anderer Marken besser passen könnten).

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3 Kommentare
  1. Ich hätte keine Bedenken, dass die Befestigung nicht hält. Para cord, wie der vollständige Name „parachute“ schon sagt, ist ziemlich reißfest…

    • ich habe auch keine bedenken, habe nun mittlerweile seit 2010 solche drehverschlüsse… hab aber erst vor kurzem mit einem teamkollegen darüber diskutiert

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