Adel

Es gibt sicher viele Bilder, die den Grand Départ der 101. Tour de France besser in Szene setzen können. Die wunderbaren Bilder aus Nordengland haben auch ja auch etwas Besseres verdient. Da aber meine Radsportbegeisterung immer von düsterer Musik begleitet wird, soll’s für mich der Post von Paradise Lost auf Facebook sein:

Frontman Nick Holmes ist auch an der Strecke

Frontman Nick Holmes ist auch an der Strecke

Ab heute fällt es mir leicht, mich emotional von den Ereignissen in Brasilien zu trennen (bin ja auch Fußballfan), zumal ab morgen auch die Österreich-Rundfahrt startet, die traditionell nach einer Woche durch Österreich auf Wien’s Ringstraße endet.
Aber nun zu etwas Anderem: Der junge französische Sprinter Bryan Coquard holt sich soeben 13 Punkte für Wertung des grünen Trikots. Schön Grün ist’s hier in Yorkshire, eine interessante Landschaft und unglaublich viele Fans entlang der Strecke. Eine unglaubliche Kulisse. Die haben sich auch einiges einfallen lassen, um mit ihrer Begeisterung der Tour Ehre zu erweisen – oder ins Fernsehen zu kommen. Mein persönliches Highlight: In Gelb gekleidete Schafe. Grün ist übrigens auch die Oberbekleidung Ihrer königliche Hoheit Catherine Elizabeth, Duchess of Cambridge, Countess of Strathearn, Baroness Carrickfergus, die dem Vernehmen nach bei der Siegerehrung dabei sein wird. Harry und William waren auch im Bild und sind vielleicht auch dabei. Deren vollständige, protokollarische Anrede spare ich mir.
Die Tour und der Adel. Radsport ist offensichtlich auch was für die königlichen Hoheiten. Voriges Jahr gab’s einen Konnex mit dem Kaiser (Napoleon), weil der Grand Départ Korsika in Szene setzte. Bradley Wiggins wurde auch erhöht und darf sich nun Knight Bachelor nennen. Beim Start vor ein paar Jahren in Monaco war auch sicher blaues Blut dabei. Und die Tour bekommt nun in Großbritannien ebenfalls royalen Besuch.
In einem Zitat aus einem Film manifestiert sich aber eine andere Verbindung zwischen Adel und Radsport, dazu hole ich etwas aus: In Brasilien gab’s ja zu Beginn der WM Aufruhr: Arme Bevölkerung, sündteure Stadien, hohe Eintrittspreise. Während Jens Voigt in bekannter Manier durch die Landschaft mit den kleinen Mäuerchen (die Moderatoren lehren mich: Es gibt sogar Wettbewerbe im Bau dieser Mauern) fährt und dabei unzählige (wahnsinnig viele ;-)) Menschen, die eine tolle Stimmung machen und dabei diszipliniert, wie es sich für die Briten gehört, am Straßenrand stehen, passiert, kommen mir dazu einige Gedanken.
Gehört habe ich das Zitat eben schon im Film „Höllentour“ aus dem Jahr 2003. Serge Laget, ein lebhafter Radsportexperte erzählt darin viel über die Geschichte der Tour der France und deren Bedeutung für die Menschen. Was früher war, trifft heutzutage offensichtlich wieder mehr zu. Besonders wenn es um – ich nenne es mal so – um die soziale Komponente geht. Ich baue seine Worte etwas aus: Die Tour kommt zu den Menschen, sie müssen nicht in die Stadien kommen und Eintritt bezahlen. Sie müssen nur an die Straße kommen – ohne horrende Ticketpreise, sondern gratis. Dabei kommen sie den Stars nahe, wie sonst in keiner Sportart. „Die Tour adelt den kleinen Mann“, sagt Laget. Wie wahr das doch ist…

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