Dimitri de Fauw

Im Regal, wo die Unmengen an gelesenen Radsport-Zeitschriften liegen, bogen sich schon die Bretter. Das hieß wiederum, dass einige Ausgaben den Weg ins Archiv antreten mussten. Während ich einen ganzen Stoß aus dem Regal nahm, flogen mir aufgrund einer gewissen Ungeschicklichkeit ein paar Ausgaben von „Procycling“ aus dem Jahr 2010 entgegen.

„Die verbotene Ausgabe“ stand auf dem Titelblatt der Februar-Ausgabe aus dem Jahr 2010. Spannende Seiten über „Kavaliersdelikte & Manipulationsvorwürfe: Die kleinen und gro0en Diskussionen im Radsport“ wurden im Untertitel versprochen. Archivierung unterbrochen, Zeitschrift aufgeschlagen.
Bis zur Titelgeschichte kam ich allerdings nicht. Die rechte Spalte der Seite 13 erzählte mir über posthume Anschuldigungen gegen Dimitri de Fauw. Dem in jungen Jahren verstorbenen Belgier wurden massive Dopingvorwürfe gemacht. Das Übliche, ob was dran ist, oder nicht, ist für mich eigentlich gar nicht so wichtig. „Dimitri verdient etwas Frieden“, meint sein Onkel im Artikel. Das meine ich auch, irgendwelche Ermittlungen kann man, nachdem einige Zeit verstrichen ist, immer noch anstellen.
Ich recherchiere ein paar Details über de Fauw, um mir ein kompletteres Bild seines Schicksals zu machen. De Fauw hatte im November 2009 Selbstmord begangen. Radsportler, bzw. Sportler „ansich“ sollen Helden sein. Besonders zu solchen Lichtgestalten passt es nicht, wenn sie so sterben. Die Recherchen beantworten die Fragen zur Schicksalsreise des ausgezeichneten Bahnradsportlers, die am 6. November 2009 endete. Am 26. November 2006 hatte sich de Fauw’s Leben für immer verändert. Bei den Sixdays in Gent kollidierte er unverschuldet mit Isaac Gálvez, der den Sturz nicht überlebte. Dieses Ereignis löste bei de Fauw tiefe Depressionen aus, aus denen er am 6. November 2009 den maximal tragischen Ausweg gewählt hat. Was muss in ihm alles schon vor diesem Datum gestorben sein?
Solche Geschichten zeigen mir, wie nahe die Dinge oft beisammen liegen können und lehren mich auch Demut. Dimitri de Fauw war ungefähr gleich alt wie ich. Heute (13. Juli 2014) wäre er 33 geworden.

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