Resteverwertung: Specialized Allez E5 Smartweld

Specialized Allez: Mit Wettkampf-LRS

Specialized Allez: Mit Wettkampf-LRS

Glumpert vermehrt sich selbstständig. Ich kann es mir sonst nicht erklären, warum sämtliches Rad-Zubehör und auch die Teile immer mehr werden. Nach einer vor kurzem durchgeführten Inventur machte ich die erschreckende Entdeckung: Ich hatte sämtliche (alte) Teile eines Rennrades in Kisten, Schachteln oder im Regal herumkugeln, lediglich der Rahmen fehlte.

Was tun? Fix war, das ganze Zeugs musste weg oder zumindest sinnstiftend verwendet werden. Einzeln via Internet verkaufen? Nein, zu mühsam. Aber vielleicht noch ein Rad zusammenbauen? Eines, das nicht zu schade für Regenwetter ist und auch in diversen Wettbewerben, wo das Sturz- und Zerstörungsrisiko höher ist, seinen Einsatzzweck hat. Perfekt, ein Rad „für’s Grobe“ sollte es also werden.

Zuerst machte ich mich auf die Suche nach einem günstigen neuen Rahmen. Irgendwie, ich weiß nicht warum, aber in letzter Zeit gefielen mir die Rahmenformen von Specialized immer besser. Dürfte eine Art Stockholm-Syndrom sein, im Peloton sieht man sie recht oft (3 Pro-Teams werden von den Amis ausgerüstet) und da ich in letzter Zeit aufgrund der Neuanschaffung eines Zeitfahrrades viel Zeit beim Händler verbrachte und dort viel von dem Ami-Zeug, das mir noch letztes Jahr nicht allzu gut gefiel, herumstand… Nunja, der Rahmen Allez Smartweld E5 in der lustig bunten Lackierung mit schwarzer Grundfarbe (Gloss Black/Multi Keyline heißt’s in der Marketing-Sprache) war ein Kandidat. Listenpreis des Rahmensets war 800 EUR. Auch bei Canyon gab’s interessante Rahmensets. Und der Gebrauchtmarkt hatte auch ein paar ausgezeichnete Rahmensets zu bieten.

Das Rennradlerschicksal bescherte mir allerdings genau zur Zeit meiner Suche eine Anzeige zu genau dem bunten Allez-Rahmenset in meiner Größe, wenig gebraucht, abzuholen in Wien – zu einem günstigen Preis. Der Verkäufer hatte ein BMC geschreddert, wechselte dann auf’s Allez, baute dies mit Tuning-Teilen auf 6,3 kg Masse auf und wollte dann irgendein Cervelo haben. Mittlerweile hat er sogar dieses wieder verkauft und eine neue Liebe gefunden. Verstehe, bzw. verstand ich nicht, mir ist’s/war’s aber recht. Der Verkäufer ist übrigens auch ein netter und vertrauenswürdiger Zeitgenosse, das ist für mich wichtig, wenn ich privates Business betreibe.

Bald hing das Rahmenset (ca. 2 kg insgesamt mit Gabel und Steuersatz) nun an der Wandhalterung und harrte seines Aufbaus. Handwerklich war’s überraschenderweise keine allzu große Herausforderung. Am meisten geschimpft habe ich beim Lenkerband und beim Ablängen der Bremszüge, da mein Seitenschneider offensichtlich etwas stumpf geworden ist. Und außerdem war’s heiß bei mir in der Wohnung. Sonst ging alles überraschend einfach, Züge verlegen, irgendwas Fetten, diverses Anschrauben, Kette montieren, Schaltung justieren,…

Die Details: Der Rahmen, Specialized Allez E5 Smartweld, ist das Herzstück des Rades. Es muss nicht immer Carbon sein, kostet auch weniger, sollte ich den Rahmen zerstören. Eine Ultegra-Schaltgruppe aus dem Jahr 2007 (Ultegra 6600 müsste das sein) mit einer Kurbel (172,5 mm) aus der Ultegra-SL-Serie wurde montiert. Funktionierte alles tadellos früher, funktioniert auch einwandfrei jetzt. Vorbau von FSA (Herr Nibali fuhr während der Tour einen Vorbau, der gleich aussah – FSA OS-99 CSI heißt er) und einen Lenker von Oval in 40 cm Breite (Mitte-Mitte gemessen). An meinen Hintern darf nunmehr ein Specialized Toupé aus dem Jahr 2009, der Sattel von Selle Italia war dann doch nicht gut für meinen Allerwertesten. Rudi Altig meinte mal: „Ein Radrennfahrer muss seinen Hintern mehr pflegen als sein Gesicht.“ Ich bin zwar nur ein Rennradfahrer, aber das hat was. Auf meinen Straßenrennern fahre ich übrigens nunmehr nur mehr Specialized Toupé, alle in 143 mm Breite. Die Sattelstütze ist irgendetwas Schweres von BBB aus Alu mit 27,2 mm Durchmesser und ohne Versatz nach hinten.

Derzeit verwende ich 2 Laufradsätze, je nach Einsatzzweck: Beim Training rotieren aktuell Profile Design Altair in der Drahtreifen-Version mit Alu-Bremsflanken (Modelljahr 2012 oder 2013), Schwalbe Ultremo ZX sind als Reifen montiert. Letztere, in 23 mm Breite rollen – nach eigenem Gefühl – spitze. Für Renn-Einsätze verwende ich momentan einen Shimano-Dura-Ace-Laufradsatz (Jahr 2009; die rostroten Decals habe ich mühsam entfernt) für Schlauchreifen, Tufo S33 Special (21 mm Breite) sind mit dem Tufo-Extreme-Klebeband montiert. Rollt vielleicht nicht ganz so gut, wie das Drahtreifen-Set, aber sie sind leicht, steif und antrittsschnell. Verlässlich ist er auch, er hat auch schon Cyclocross-Rennen ausgehalten. Insgesamt, je nach Laufradsatz um die 8 kg das Ganze. Gewichtsoptimierung werde ich an mir betreiben.

Den Gabelschaft hat der Vorbesitzer leider um ca. 1 cm weiter unten abgeschnitten als ich mir eigentlich gewünscht hätte. Überraschenderweise fühlte ich mich in dieser Sitzposition aber sofort wohl – werde dies nun wohl auch auf meine beiden Look-Räder übertragen. Mit dem schmaleren Lenker (ansonsten bevorzuge ich die Breite von 42 cm) komme ich auch sehr gut zurecht. Insgesamt macht’s total Spaß, mit dem „neuen“ Rad zu fahren, habe im Vergleich zu meinen anderen Rädern z.B. in Kurven ein besseres, sichereres Gefühl. Die alten Teile funktionieren auch noch sehr gut und der Rahmen aus Alu stellt die Frage in den Raum, ob Carbon-Rahmen überhaupt notwendig sind. Ich denke zwar, dass gut gemachte Carbon-Rahmen in der Performance unschlagbar sind, sehr gut gemachte Alu-Rahmen aber so manchen Carbon-Rahmen einiges voraus haben…

Alles in Allem bin ich mit dem „neuen alten Rad“ sehr glücklich, da es sich spitze fährt. Auch den Test bei einem Radmarathon hat es mit Bravour bestanden. Es sollte ursprünglich zwar das Rad für’s Grobe werden. Aber weil’s mir so gut gefällt und es sich so toll fährt, ist es zusätzlich auch noch das Rad für’s Feine.

Specialized Allez: Mit Trainings-LRS

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9 Kommentare
  1. Also, bei mir ist das so:

    „Glumpert vermehrt sich selbstständig. Ich kann es mir sonst nicht erklären, warum sämtliches Rad-Zubehör und auch die Teile immer mehr werden.“

    Und obwohl ich schon einige Räder aufgebaut habe, welche weggegeben habe und noch dazu Teile verkauft habe, ist auch folgendes festzustellen:

    Ich habe sämtliche (alte) Teile eines Rennrades in Kisten, Schachteln oder im Regal herumkugeln.

    Wenn Du die Schaftlänge Deiner anderen Gabeln dem nun als passend empfundenen Maß anpassen willst, dann säge den Schaft lieber nicht zu früh ab. Ich setze in diesen Fällen den Vorbau runter, einen Spacer oben drauf und fahre das mal einige Kilometer. Erst dann säge ich endgültig ab. (Ich habe mir mal eine Gabel verhunzt, weil ich voreilig zu viel gekürzt hatte) Durch unterschiedliche Rahmengeometrien ist das gesägte Ergebnis nicht immer gleich. (Beispiel hier: Steuerrohr 1,5 cm größer/kleiner bei gleicher Oberrohrlänge). Aber das weißt Du ja bestimmt selbst.

    • also kein einzelschicksal…

      klar, bei den anderen gabeln kommt einfach ein spacer oben drauf… man wird ja nicht jünger 😉

  2. Ach ja: Schöne Farben, auch die grünen Züge. Würde ich mich sofort drauf wohlfühlen.

  3. Rainer Leitner sagte:

    Werter Genosse! Ich schick dir ein Packl Kaugummi, 7 Büroklammern, 3 Kugelschreiber, 10m Draht und 6 rostige Nägel, dann hätt ich gern auch so ein tolles Rad, du alter McGyver Du 😉 lg Rainer

    • Rainer Leitner sagte:

      Aber bitte ohne Fußclips…. eh scho wissen!

      • danke für die blumen 😉 also mcgyver-würdig war der aufbau des rades nicht, ist überraschend einfach gegangen!

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