Black #1 – Specialized Shiv TT

Pete Steele hat mit diesem Song ein schönes, schauriges Vorbild für eine schwarze Lady geschaffen und über seine Band Type O Negative ihr Bild in der Gothic-Szene verbreitet. Mysteriös, abartig und vielleicht auch gefährlich – aber nicht kapriziös. Sehr schön. So soll es, bzw. sie, sein.

So ein düsteres, schwarzes Wesen aus Carbon (in Form eines Specialized Shiv TT) ist diesen März bei mir in Folge einer Traumverwirklichung eingezogen. Nun getraue ich mich, diese Liaison auch öffentlich zu machen. Gesehen wurden wir ja schon. Mit der Zeile „Loving you was like loving the dead“ drückte Pete die grundlegende Sinnlosigkeit eines gemeinsamen Daseins mit seiner Black #1 aus. Die Anschaffung eines Zeitfahrboliden für einen Hobbyfahrer, der nicht mal Triathlet ist, ist in der Tat hinsichtlich der Sinnhaftigkeit äußerst fragwürdig, weil die Kilometerleistung meist, trotz gewisser Obsession, sehr sehr gering ausfällt.

Aber es macht Spaß, fast unendlich Spaß, meine Black #1 auszuführen. Allerdings nicht, wenn das Wetter „raining and blowing“ bringt. So weit ist das Gothic-Klischee noch nicht in meine Radsportwelt eingedrungen. Wenn ich dann aber am Start eines Zeitfahrens oder eines TT-Splits bei einem Triathlon (natürlich nur in einer Staffel), darf es ruhig regnen und stürmen, ich mag kaltes und episches Wetter bei Wettkämpfen. Im Wohnzimmer, wo sie auch zu Beginn manchmal stand, machte sie übrigens auch eine gute Figur.

Aber abgesehen davon, dass mir meine schwarze Lady unglaublich gut gefällt, fährt sie sich hervorragend. Über die ganzen technischen Features möchte ich mich nicht besonders auslassen, darüber ist im Web schon viel geschrieben und auf Fotos präsentiert worden. Die Versprechen werden jedenfalls eingehalten. D.h., ganz profan: Ein erfolgreicher Langzeit-Test mit tollen Ergebnissen.

Ausgestattet ist meine schwarze #1 mit einem Planet-X-Vorderrad und einem Corima-Scheibenrad, jeweils mit Continental-Competition-Bereifung (der Tufo-Pneu wurde ersetzt). Vielleicht ist man mit den bauchigen Felgen des neuesten technischen Standes schneller, was mir aber noch egal ist. Ich empfinde dieses Setup für mich schnell genug, das Preis-Leistungs-Verhältnis halte ich auch für unschlagbar. Die Akustik der Corima-Scheibe ist übrigens ausgezeichnet. Eine Ultegra-Ausstattung (sicher nicht elektrisch und auf jeden Fall noch 10fach) ist für mich bei weitem ausreichend, der Sitero-Sattel (auch von Specialized), sowie der Elite-Chrono-CX-Flaschenhalter (die Flasche nicht so, dazu aber ein anders Mal) leisten gute ebenso Dienste. Und mit etwas über 8 Kilo (inkl. Pedale) ist meine teuflische Carbon-Lady auch nicht gerade übergewichtig. Cockpit und Position (es werden 2 Sattelstützen und sämtliche Spacer für den Aero-Aufleger mitgeliefert) sind toll einstellbar, für die UCI-Konformität muss allerdings noch die Säge angesetzt werden, um die Extensions zu kürzen.

Nichts gegen mein altes, mittlerweile verkauftes, Argon E-112, das mir stets sehr gute Dienste erwiesen hat – aber das Shiv TT ist dann nochmals ein anderes Fahrgefühl, welches den Spaßfaktor beim Fahren noch um ein paar Stufen erhöht und eben auf ein neues diabolisch-obsessives Level bringt.
“Black black black black #1”
Das „date at midnight with nosferatu“ sparen wir uns allerdings 😉

P.S.: Im Jahr 2017 gab’s Probleme mit der Klemmung der Sattelstütze… dazu gibt’s Beiträge ab September 2017 hier im Blog…

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3 Kommentare
  1. Sag‘ mal, weil Du stürmisches Wetter magst, wie fährt man so was denn, wenn Seitenwind ist? Drückt Dich da nicht jede Windböe von der Straße?

    • hy! das ding ist überraschenderweise wenig seitenwindanfällig. die scheibe hinten ist übrigens überraschend wenig empfindlich – scheibe kann man auch bei starkem seitenwind fahren (bei 60, 70 km/h), man sitzt eh mit dem ganzen eigengewicht drauf 😉 stark böiger wind ist natürlich schwieriger, als gleichmäßiger wind. das vorderrad ist auch überraschend wenig anfällig, bei stark böigem wind nehme ich ein vorderrad mit nicht ganz so hoher felge. und insgesamt: locker draufsitzen und ein wenig mit einem starken windstoß „mitgehen“. aber scheibe und hohes profil sind halt zum posen unerlässlich 😉

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