Tschechengummi – Dauertest Tufo Primus, Tufo Cubus

Tufo Primus

Tufo Primus


Tufo Cubus

Tufo Cubus

Als ich im Jahr 2008 mit dem Querfeldeinsport begonnen habe, war mir noch nicht bewusst, in welch Materialschlacht das Ganze ausarten würde. Und eine zentrale Komponente in diesem Konflikt zwischen Material und Gatsch sind die Reifen von enorm wichtiger Bedeutung. Und es folgt die Frage, die auch den Rennradfahrer auf der Straße beschäftigt: Schlauchreifen oder Drahtreifen?

Zu Beginn meiner Cyclocross-Ambitionen ergab es sich ganz einfach, dass ich auf Drahtreifen unterwegs war: Mein Ridley-Crosswind wurde mit einem Drahtreifen-LRS (Fulcrum Racing 7) ausgeliefert und ich hatte einen quasi ausgedienten weiteren Satz Mavic Cosmic Elite daheim.

Aber: Nach den ersten Rennen war mir klar, dass es für den Wettkampf Schlauchreifen sein mussten. Dass man eben diese mit viel weniger Druck fahren kann, als die Drahtreifen (da ist nämlich die Gefahr von Durchschlägen/Snakebites bei Druckverhältnissen von unter 3 bar im Reifen recht groß) war das eine Argument, denn weniger Druck bedeutet mehr Dämpfung und somit mehr Komfort. Dass man diese Schlauchreifen auf coole und leichte Carbon-Hochprofilfelgen kleben kann, war das andere Argument, das auch wiederum den Style-Faktor bediente.

Gummiauswahl. Damals gab es 2 Carbon-Laufradsätze, die zur Extrembelastung im Schlamm und zur Beklebung mit Crossreifen auserkoren wurden. Der Preis und die Empfehlung von erfahreneren Fahrern ließen meine Wahl auf die Modelle Primus und Cubus vom tschechischen Hersteller Tufo fallen. Den Primus für etwas gatschige, aber nicht allzu tiefe und schlammige Böden und den Cubus mit aggressivem Profil für epische Verhältnisse. Beide gab’s bzw. gibt’s im Web für Preise unter 40 EUR, beim Cubus gibt’s mittlerweile ein Nachfolgemodell mit verändertem Profil und im Vgl. zu den von mir verwendeten Reifen in breiterer Ausführung – ich fahre 32 mm breite Pneus, aktuell gibt es sie auch in 33 mm Breite. Beim Gewicht liegen die von mir verwendeten Reifen bei ca. 400 g je Reifen. Für mehr Euronen kann man auch leichtere Reifen kaufen, wie z.B. die Modelle von Tufo mit dem Zusatz „Flexus“, aber auch gleich schwere Gummis anderer Hersteller.

Heftig war das Aufziehen auf die Felgen, ich musste die Reifen jeweils mit für diesen Prozess brachialen Gewaltaufwand vordehnen. Dass man in sämtlichen Bedienungsanleitungen für Schlauchreifen liest, dass man das nicht tun sollte, empfinde ich als Hohn. Die haben wohl noch nie Tufos gepickt. Auch in Youtube-Videos lassen sich die Schlauchreifen auch immer unglaubwürdig leicht aufziehen. Egal, meine Tufos waren ordentlich bockig, aber das brutale Vordehnen, indem ich die Reifen am Stiegengeländer aufgehängt und mich mit vollem Gewicht reingestellt habe, hatte keine weiteren Folgen im Gebrauch. Ich habe übrigens auch trotz der rohen Gewalt immer einen guten Rundlauf beim Aufkleben hingebracht.

Im Einsatz haben sich sowohl die Primus-, als auch die Cubus-Reifen (subjektiv betrachtet!) bewährt. Der Primus deckte ein breites Spektrum an Bodenbeschaffenheiten ab. Wenn’s trocken war, rollte er für mein Empfinden ziemlich gut und hatte auch noch ein paar Reserven, wenn’s schlammiger wird. Wenn der Schlamm aber tiefer wurde, musste das gröbere Profil des Cubus her. Dieser lieferte mir verlässlichen Grip im tiefen Schlamm und auch auf rutschigen Rampen, hatte aber auch schon bei weniger Schlamm sehr gute Fahreigenschaften, v.a. durch einen guten Seitenhalt z.B. bei Schrägfahrten. Das heißt, mit diesen beiden Reifen hatte ich fast das ganze Spektrum, das die Böden bei Querfeldeinrennen bieten können, abgedeckt. Nachteilig empfand ich beim Primus den nicht ganz so tollen Seitenhalt, wenn man das Crossrad mal im Grenzbereich schräger in die Kurve setzt oder sich an einer Schrägen Stelle versucht. Das Profil des Cubus verklebte sich etwas leicht, wenn der Schlamm zwar tief, aber etwas lehmig oder sandig war, was das Steuern zu einer etwas rutschigen Angelegenheit machen konnte. Aber eigentlich kein große Sache: Mit mehr Erfahrung bei den Rennen traute ich mir einerseits den Reifendruck auf ca. 2 bar zu senken und andererseits lernte ich fahrtechnisch auch dazu. Mit der Pannensicherheit war ich auch sehr zufrieden. Ich hatte zwar einen Patschen, aber den bei einem Rennen, das sich im Fahrerfeld zu einem regelrechten Wandertag entwickelte (da war wohl was unter’m Laub) und ich glücklicherweise aufgrund der präventiv eingefüllten Dichtmilch mit wenig Druck im Vorderreifen noch halbwegs akzeptabel zum Depot kam.

Fazit aus meinem Dauertest: Tolle, relativ günstige Reifen für den Einsatz im Cyclocross-Bereich, v.a. im Rennen. Kann beide Modelle empfehlen. Dass ich im Training nach wie vor Drahtreifen fahre, hat nichts mit den Tufos zu tun, sondern damit, dass Pannen mit Drahtreifen unterwegs einfacher zu beheben sind.

Tufo Primus

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Tufo Cubus

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