Lance for Gesellschaftselite

„Ich würde es wahrscheinlich wieder tun“, meinte der Lance vor kurzem. Er bezog die Aussage, dass er wieder dopen würde auf die Zeit, in der er aktiv war. Würde er aktuell wieder fahren, würde er es nicht tun, weil er es nicht müsste. Nun gut. Werden wohl viele wieder in Empörung aufgehen. Bitte, wer will. Ich konnte das Thema meist relativ entspannt sehen.

Im Artikel (http://sport.orf.at/stories/2224152/2224151/) steht sonst wieder das Übliche. Er fühle sich als Ausgestoßener, er habe Fehler gemacht, er wäre ein „Arschloch“ gewesen. Das Geständnis inkl. Auswirkungen empfand er auch als „erheblich, schwierig und anstrengend“. Das Übliche.

Ja, der Lance der ist für seinen Erfolg über Leichen gegangen. Abgesehen von seinem Talent auf dem Rennrad. Er hat Menschen, die ihm nicht gepasst haben, fertig gemacht. „Inakzeptabel und unentschuldbar“, diese Worte wählte er für eine Beschreibung seines Verhaltens. Er war in seinem Erfolgshunger richtig skrupellos. Zusätzlich attestiere ich ihm berechnendes schauspielerisches Talent, was 2001 er über Madeleine und Glandon bei abschließender Leistungsexplosion nach Alpe d’Huez beweisen konnte. Beschissen, in diesem Fall gedopt, hat er natürlich auch nicht zu knapp. Alles Dinge, mit denen man in unserer sogenannten Gesellschaftselite, zusammengesetzt aus Wirtschaftsbossen, Politikern und sonstigen besseren Menschen, toll reüssieren kann, u.a. in dem sie gewisse Dinge immer wieder tun. Mit weit weniger gesellschaftlicher Ächtung.

 

 

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4 Kommentare
  1. Zumindest eine ehrliche Aussage… das macht ihn für mich ein kleines Stück sympatischer.

  2. Naja, ehrliche Aussage. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert. In seinem Fall ist es doch völlig egal, verlieren kann er doch ohnehin nichts. Die Aussage, dass er wieder dopen würde, ist aber in der Tat wohl richtig. Ich frage, mich wie man sich darüber aufregen kann. Er beschreibt doch nur, wie er in die Zeit zurück versetzt handeln würde. Da wäre bei den anderen doch nicht anders. Und auch vor Armstrong haben die von Testosteron über Amphetamine bis zu Koks doch 100 Jahre lang alles eingeschmissen. EPO war halt einfach nur eine weiter Möglichkeit, die nicht die letzte bleiben wird.

    Bei Armstrong hat mich nie sonderlich gestört, dass er als Doppel aufgeflogen ist. Gedopt wird, seit es Radsport gibt und alle Großen der Sportart haben dabei mitgemacht. Anquetil hat es frei heraus und mehrfach gesagt: Man kann diese Leistungen nicht bringen,ohne zu dopen. Er meinte damit nicht alleine das Tempo, sondern vor allem, das ganze Jahr über Rennen zu fahren. Einen Tag nach dem anderen. Gerade lese ich was über Radsportgrößen des beginnenden 20. Jahrhunderts, die machten gar keinen Hehl daraus, dass sie alles genommen haben, was ihnen weiterhalf. Man hat sich halt früher nicht so dran gestört.

    Armstrong ist deshalb das große Ober-Arschloch, weil er alle in seinem Umfeld ruinieren wollte, die ihn kritisiert haben und über das Doping sprechen wollten. Der wollte das Leben der Mitarbeiter und Kollegen mit aller Macht zerstören, ob das eine Physiotherapeutin war oder Greg LeMond, dessen Radmarke er bei Trek rausgedrängt hat.

    • hallo kreuzbube! danke für deinen kommentar. hatte die letzte zeit eben fast keine zeit, iwas sinnvolles zu machen. sollte auch dopen. aber für den job 😉 der verlangt mir grad auch alles ab. dein kommentar gefällt mir sehr gut, v.a. der letzte absatz. und gerade dies empfinde ich so alltäglich bei so vielen menschen, wenn ich mir nachrichten ansehe, presseberichte lese und/oder mir so meine gedanken mache. warum sitzen gerade solche menschen an wichtigen positionen in der gesellschaft? ist natürlich eher eine art „rhetorische frage“… lance hat ja vorgezeigt, wie man’s macht.

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