Neuer Wein in alten Schläuchen

„Blödsinn!“, (im übertragenen Sinne) meinte Jesus damals. Aber wenn die alten Schläuche noch gut sind? Neue Gruppe auf altem Rahmen? Das geht: Neue Technik auf meinen alten, geliebten Look KG486er-Rahmen aus 2007. Passiert ist der Facelift im vorigen Jahr.

Zugegeben, es gab auch schon letztes Jahr die Dura Ace in 11fach. Weil jedoch mein ganzer Rennstall 10fach schaltete und noch immer schaltet, kam die Aufrüstung auf 11fach nicht in Frage (Außerdem: Wie viel Gänge braucht man eigentlich?). „Aber einmal mit einer Dura Ace schalten, das wäre doch was!“, dachte ich mir damals. Und nebenbei gönnte ich meiner alten, grauen Dame auch noch ein paar neue Anbauteile.

Ich kann mich noch genau an die Szene beim Händler erinnern. Eigentlich sollte es ein günstigeres KG386 werden, aber dann kam ein preisliches Top-Angebot für den 486er. Mit Herzklopfen und feuchten Händen habe ich damals zugeschlagen und sehnsüchtig gewartet, bis der Rahmen endlich geliefert und das Rad aufgebaut wurde. Damals mein absolutes Traumrad. Alte Liebe rostet nicht, schon gar nicht, wenn sie aus Carbon ist und ein wenig Tuning erhält.

Nun die Daten:
Rahmen: Look KG 486 (2007)
Cockpit: S-Works Vorbau 90mm, Specialized Aerofly Lenker (2014)
Sattelstütze: S-Works 2-Bolt (2014)
Pedale: Look Kéo Classic (2009?)
Komplette Dura Ace 7900 10fach, Kurbel 172,5 mm, hinten 11-28, vorne 53-39
LRS: Comic Carbone Premium (2007)
Sattel: Specialized Toupé 143 mm (2008?)
Reifen: Conti GP 4000S (2013)

Die Ergebnisse aus diesem Test bzw. Langzeittest möchte ich Euch aber auch nicht vorbehalten: Ok, der Rahmen dürfte technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, aber gerade das ist mir egal. Mir gefällt er. Die Dura Ace schaltet perfekt und im Vgl. zu meinen bis zu diesem Zeitpunkt verwendeten etwas älteren Ultegra-Gruppen (Modelle aus 2007 und 2009) gefühlt einfach besser. Begeistert bin ich vom Aerofly-Lenker, mit dem abgeflachten Oberlenker. Ich mag das einfach und auch die Biegung greift sich wunderbar. Über die Performance der Sattelstütze kann nicht viel sagen (dürfte schon etwas besser flexen als der Vorgänger aus Alu), sie hält den von mir sehr geschätzten und für den Komfort hauptverantwortlichen Specialized Toupé in 143 mm Breite verlässlich in Position und sieht dabei leicht und gut aus. Über die bewährten Cosmics (gibt’s in nur wenig abgewandelter Bauart immer noch) brauche ich nicht viel zu sagen, außer dass ich deren superben Klang nach Carbon und Geschwindigkeit absolut erlegen bin. Und die Conti-Reifen sind auch gut rollende und pannensichere Begleiter. Ich bin rundum zufrieden.

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2 Kommentare
  1. Geiles Rad, wenn ich das mal so sagen darf. Ich stehe auf die Räder von Look, da könnte ich noch einmal schwach werden, wenn es nicht Perlen vor die Säue geworfen wäre bei mir. Schon mer mal… Beim Sechs-Tage Rennen sah ich das Look von Bahnsprinter Maximilian Levy, futuristischer geht’s kaum. Leider habe ich gerade das Foto davon nicht zur Hand.

    Ich sehe keinen Grund, auf 11-fach umzusteigen. Wo ist der Nutzen? Noch eine Abstufung mehr? Ritzelabstände noch enger, das Material noch dünner? Vor ein paar Tagen bin ich 9-fach gefahren, den Unterschied zu 10-fach habe ich nicht gemerkt. Nur im Geldbeutel merkt man’s, weil die Verschleißteile billiger sind. Eine Record-Kette kostet (im Versandhandel) 9-fach etwa 25.- EUR, 10 -fach schon 40.- EUR, 11-fach schon 45.- EUR . Nicht, dass es mir um die Summe an sich ginge, aber das Prinzip, dass alles immer teurer wird, exorbitant teuer, ohne wirklichen Nutzen zu bringen, das stört mich. Es hat ja nichts mit Innovation zu tun, wenn man noch ein Ritzel mehr in die ohnehin schon enge Kassette quetscht und die Kette noch schmaler macht.

    • danke, kreuzbube! naja, perlen vor die säue… würde ja für mich auch gelten 😉 ich finde, man kann sich schon mal was gönnen 🙂 ich mag look ansich auch total gerne… aber die neuen modelle 675 oder 795 gefallen mir überhaupt nicht. aber ok, hilft mir geld sparen 😉

      11fach… ich sehe hier für die radsportler ebenso keinen nutzen! aber wie immer und überall: für die industrie/handel hat’s einen nutzen…

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