Schneestille

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Der Beitrag ist schon etwas älter… ich bin leider aufgrund recht aufregender Tage nicht zum Fertigstellen gekommen… Mittlerweile ist ja schon Frühling… Der Beitrag ist von der Ausfahrt vom 23.1. und der Vorgeschichte dazu…

Unschlüssig begann der Samstag. Angesagt war starker Schneefall, gegen 10 am Vormittag war’s aber ausschließlich kalt in Wien. Keine Flocken. Trotz ausgeschlafenem Zustands war ich daher dennoch demotiviert. Keine Ausfahrt heute. Oder Doch? Hatte ich nicht am Vortag die alte Ultegra-SL-Kurbel in einer Abstufung von 38 und 46 Zähnen und profilierte Reifen (Challenge Grifo in der Drahtreifenversion) extra auf meinen Crosswind-Crosser montiert? Auch das genüsslich verspeiste Müsli und der Einkauf im Supermarkt brachte mir nicht die erhoffte Klarheit über meine sportlichen Aktivitäten.

Nun begann es dann aber doch, wie von der Hohen Warte angekündigt, zu schneien. Stark zu schneien. Innerhalb kürzester Zeit war alles schon leicht weiß angezuckert. Ich schaute dem Schauspiel mit abnehmendem Motivationslevel zu und sah dabei die Schneedecke merklich dicker werden. Die Ausrede wurde ebenso vorbereitet: „Na, bei Schnee ist’s rutschig, da kannst nicht fahren, da haut’s dich nur auf die Pfeife.“ Ha. Daheimbleiben. Vielleicht Radsportmanager am PC spielen. Vorher aber noch eine Tafel Schokolade verputzen – aus Frust, weil der Sport wieder ausfallen sollte.

Aber Schnee hat auch etwas Reizvolles. Sicher auch, weil er hier in Wien selten geworden ist. Irgendwie begann dann doch wieder der Wunsch nach einer radfahrerischen Aktivität an der frischen Luft zu wachsen. Die Schokolade trug ebenso ihren Teil bei, denn sie macht gute Laune (sie schmeckt so gut) und schlechtes Gewissen (man wird blad, wenn man zu viel vertilgt) zugleich. Gute Laune und schlechtes Gewissen gegenüber dem eigenen Körper motiviert dann doch stark zum Sport. Das letzte Bisschen Motivation bis zur Entscheidung, die Ausfahrt ins Weiße zu starten, holte ich mir in einem Telefonat mit meinem Bruder.

Wettersicher adjustiert schritt ich durch die Flocken zur S-Bahn-Station. Fahren auf der Straße bei rutschigen Verhältnissen und Straßenverkehr fand ich zu gefährlich. 2 Stationen raus am Praterstern, der leider in letzter Zeit aufgrund gewisser Gewalttaten negativ in die Schlagzeilen gekommen ist. Ein paar Meter vorbei an verwunderten Blicken rein in den Schnee des Praters.

Was folgte, war ein einzigartiges Fahrerlebnis, die beste Ausfahrt seit langem. Eisige Temperaturen, leichtes Rutschen in den Kurven und viel Euphorie. Nahezu perfekt.

Auf Schnee zu radeln ist halt schon etwas ganz Besonderes. Ich kann nun nachträglich gar nicht schildern, welche Freude ich beim Fahren hatte. Jeder Tritt machte Spaß, jedes leichte Rutschen brachte Freude und das ganz spezielle knirschende Geräusch der Reifen im Schnee, das man beim Genauen Hinhören hörte, war ein Ohrenschmaus. Ich höre nun mit dem euphorischen Geschreibsel auf, das wird sonst langweilig. Aber apropos Ohrenschmaus: Schnee dämpft die städtische Geräuschkulisse auf eine besondere Art. Schneestille im Prater mitten in der Stadt.

P.S. Challenge Grifo (Drahtreifenversion) funktionieren auf Schneeunterlage sehr gut.

 

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1 Kommentar
  1. Kenn das, manchmal muß man sich selber zum Glück zwingen 😉 .

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