Weitere stille 47,4 km

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Voriges Jahr war’s das erste Mal, dass ich das Zeitfahren um den Attersee, den „King of the Lake“, der auf komplett gesperrten Straßen stattfand, genießen durfte. Die bereits nach dem damaligen Zieleinlauf beginnende Vorfreude hat mich auch heuer Ende September an den Attersee geführt. Und es war wieder unglaublich am See…

Es gab einen neuen Startort und insgesamt ungefähr doppelt so viele Starter wie im letzten Jahr (heuer über 1000) und es fühlte sich wie ein Profirennen an. Viele Leute, Messestände, Festzelt, toller Platzsprecher, Videowall und viele RadsportlerInnen. Und eben die abgesperrten Straßen, die ein Hobbysportler wie ich nur äußerst selten genießen kann.

Die über 1000 Starterinnen und Starter dürften übrigens alle brav aufgegessen haben, denn das Wetter war einzigartig. Sehr warm und wenig Wind, für mich ungefähr vergleichbare Verhältnisse wie im Vorjahr, wo’s zwar etwas windiger aber kälter – ich mag das – als heuer war. Dafür durfte ich die Zeit bis zu meinem Start in der Sonne herumlungernd verbringen. Geschlossene Augen, ein wenig dösen und Musik aus den Kopfhörern rundeten das Vorfreudegefühl auf die Fahrt ab. Und wenn ich zwischendurch die Augen öffnete, durfte ich die wunderbare landschaftliche Symbiose aus Berg und See genießen. Wunderbar.

Bisher war der King of the Lake 2016 für mich aber noch nicht still. Auch die ersten paar Meter  nach dem Start nicht, denn da wurde man toll angefeuert. Aber gleich danach war sie wieder da, die atemberaubende Stille, nach den ersten paar hundert Metern kam ich wieder voll in den Genuss der komplett für den Straßenverkehr gesperrten Straßen. Eine einzigartige Ruhe ohne Autos. Wunderbar. Genial. Betörend. Kein zusätzliches Geräusch außer jenen, die man selbst produziert. Ich lauschte dem Sound meines Rades (Specialized Shiv TT), nahm jedem Atemzug wahr und wurde mir durch die Stille rundherum und der Anstrengung jenseits der 185 Herzschlägen pro Minute sehr bewusst… Nicht mal überholende Fahrer störten. Und wenn ich mal jemanden überholen durfte, riss es mich auch nicht aus meinem Flow. Geräusche, allerdings sehr positiver Natur gab es in den Fanzonen, die entlang der Strecke Motivation spendeten.

Heuer wollte ich mich im Vgl. zum letzten Jahr verbessern, was mir auch gelang. Natürlich, die Verhältnisse sind immer schwer zu vergleichen, aber ich empfand sie halbwegs vergleichbar, mit leichter Tendenz, dass es heuer etwas schneller rund um den See war. Ich kam gut ins Rennen hinein und fuhr am Anfang bewusst eher zurückhaltend. Das war offensichtlich eine gute Strategie, denn am Schluss hatte ich noch ausreichend Kraft um nicht auf den letzten Kilometern stark an Leistung nachlassen zu müssen. Dass ich insgesamt sehr oft auf die Watt-Anzeige schaute, meine Anstrengungen etwas danach richtete und somit nicht nur nach Gefühl fuhr, dürfte sich auch insgesamt positiv auf meine Leistung ausgewirkt haben. Das Streckenprofil des King of the Lake ist wellig, einen 13-%-Anstieg gibt es auch. Irgendwo hatte ich mal Tipps von David Millar gelesen, der meinte, dass man auf leichteren Streckenabschnitten (Rückenwind, flach,…) nicht ganz 100 % geben soll, dafür aber dann, wenn’s nicht so einfach ist (Gegenwind, bergauf,…) mehr als 100 % auf die Pedale drücken muss. Ich würde mal sagen, dass das gut funktioniert hat: Zweieinhalb Minuten schneller als im Vorjahr und gemäß Leistungs- und Pulswerten mehr als das Optimum aus mir rausgeholt. Zugegeben, mit ca. 1:16 befindet man sich im letzten Drittel des Klassements, aber das ist mir relativ egal, ich fahre für mich.

Endorphingeladen genoss ich den Sonnenuntergang auf einer Parkbank am Attersee, freute mich über meine Leistung und ließ die Vorfreude auf’s nächste Jahr bereits beginnen.

P.S.: Zur Beantwortung der Materialfrage: Specialized Shiv TT 2014 (als „Module“ erhältlich, Sattelstütze, Lenker, Bremszangen, Kurbel,… dabei), Ultegra/Dura-Ace Schaltung, SRAM-Bremshebel, Specialized Sitero Sattel, Corima-Scheibe, Planet-X-Vorderad, Conti Competition in 22 mm. Vielleicht kommt nächstes Jahr ein neuer Laufradsatz auf’s Bike, mal sehen.

 

 

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