Ferdy & Rudi

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Nichts bleibt für die Ewigkeit. Die (prominenten) Toten des Jahres 2016 erinnern uns daran.

„Rudi, wie ist das in den Bergen?“ Das hat der Eurosport-Mann damals seinen Co-Kommentator und Experten aus dem Radsport während einer Übertragung einer Tour-de-France-Etappe gefragt. Wer ist Rudi Altig? Ich hatte keine Ahnung, wer er war und die eingangs erwähnte Frage war das erste Mal, dass ich mit dem Straßen-Weltmeister von 1966 in Berührung kam. Altig war, so glaube ich, in den 90ern Co-Kommentator bei Eurosport – damals ging ein kleines Türchen in die Vergangenheit des Radsports auf, durch das ich mich aber erst viele Jahre später hindurchzwängte und zwischendurch immer wieder vergessen wurde.

Bis dahin begegnete mir Altig aber immer wieder: Irgendwann in den 2000er-Jahren sah ich zufällig ein Doppelinterview irgendeines deutschen Regionalsenders mit Altig und Karl-Heinz Kunde, einer weiteren Legende des deutschen Radsports, die auf ihre alten Tage nach wie vor noch viele Rennrad-Kilometer abspult. „Der soll nicht so viel labern sondern mehr Radfahren“, riet „Karl der Kurze“, seinem Radsportrentner-Kollegen. Das Wort „Labern“ in Zusammenhang mit übermäßigem Reden über Radsport hat sich festgekrallt und wird öfters verwendet… Vor allem, wenn ich mit meinem Bruder „labere“. Und dabei wird an Rudi und Karl-Heinz gedacht. Interessant war übrigens auch, dass mich mal eine Frau bei einem Date mit Wissen über Rudi, die „radelnde Apotheke“ (´diesen zweifelhaften Namen für Altig wusste sie z.B.), verblüffte. Tja, Steine im Brett sind schnell vergeben, die Liebe geht aber eher durch den Magen und nicht durch den Radsport 😉

Irgendwann zwängte ich mich aber dann doch gänzlich durch die vorher beschriebene kleine Tür hindurch und lernte viel über die Geschichte des Radsports, seiner Ikonen, seiner Lichtgestalten, seiner Helden. Und ich erfuhr sehr viel über Rudi Altig, einem dieser ganz besonderen Protagonisten. Neben vielen Erfolgen bei wichtigen Rennen (Tour, Mailand-San-Remo,…) blieben mir die Bilder von der TROFEO BARACCHI aus dem Jahr 1962 in Erinnerung: In diesem Rennen, lt. Altig „seinem besten Rennen“, einem Paarzeitfahren, brachte er seinen Partner, niemand geringerem als „Monsieur Chrono“ Jaques Anquetil, nicht nur an seine Grenzen, sondern weit darüber hinaus. Altig musste seinen französischen Kompagnon nicht nur verbal antreiben, sondern auch noch anschieben, sosehr wurde er vom Deutschen kaputtgefahren. Den Tipp zu diesen legendären Bildern erhielt ich während des „Laberns“ mit meinem Bruder.

Altig starb am 11. Juni 2016 im 80. Lebensjahr.

Ferdy Kübler blieb mir weniger intensiv hängen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht viel von ihm, außer dass er als „Ferdy National“ viel gewonnen hatte und dass er angeblich manchmal in der 3. Person von sich gesprochen hatte und damit versucht hatte, seine Gegner zu verwirren: „Ferdy wird heute gewinnen.“ Und in einer Biografie von Hugo Koblet darf er natürlich auch nicht fehlen. Aber sonst weiß ich zuwenig. Das wird jetzt nachgeholt. Die Quartettkarte ist schon mal ein Anfang.

Kübler starb am 29. Dezember 2016 im 98. Lebensjahr.

Lebt wohl.

Hier das Video zur Trofeo Baracchi: https://www.youtube.com/watch?v=wQWNcB2Y0jY

Und hier etwas von Ferdy Kübler: https://www.youtube.com/watch?v=-lUBzQ-O_m8

 

 

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