TDF 2017, 9.7. – Nantua – Chambéry: Astana?!?!

Über Sagan’s Ausschluss möchte ich nicht (viel) schreiben, da wurde vielerorts schon ausgiebig Videos analysiert und eben getextet, das reicht. Hmmm… nein doch nicht, ein bissl was: Ausschluss überzogen, Cav und Sagan haben sich nix geschenkt und deren Reaktion zu den Medien lässt mich annehmen, dass beide eh wissen, was passiert ist.

Und zu den vielen Stürzen: Besserungswünsche an die betroffenen Fahrer!

Mein persönlicher Aufreger war aber heute auf den letzten 10 Kilometern zu sehen. Ich halte meist zu den Außenseitern und möchte daher den Top-Favoriten Chris Froome (GBR – Sky) zumindest „schwimmen“ sehen. Also, was war heute am 9.7.2017 passiert?

Hier mal der kurze Bericht von Radsportnews.com zur Etappe von heute: http://www.radsport-news.com/sport/sportnews_104752.htm

Romain Bardet (FRA – Équipe AG2R – La Mondiale), Vorjahreszweiter und Herausforderer von Titelverteidiger Chris Froome attackierte in der letzten Abfahrt vor dem Ziel (Abfahrt vom Mont du Chat,  letzter Pass der Etappe und gleichzeitig der dritte Pass der Hors-Catégorie am heutigen Tag) aus der Gruppe der Tour-Favoriten. Bald hatte er 25 Sekunden auf Chris Froome, Rigoberto Uran (Col – Cannondale), Fabio Aru (ITA – Astana) und Jakob Fuglsang (DEN – Astana) herausgefahren. Schnell fuhr er auch auf den letzten Verbliebenen der Ausreißergruppe, Warren Barguil (FRA – Sunweb), auf und ließ ihn stehen.

Für mich war nun klar:  Nun nehmen die beiden Astana-Fahrer und Uran keine Führung und lassen Froome seinen Herausforderer, den entflohenen Bardet, einholen. Froome würde dabei ein paar Körner verschießen, vielleicht kein Nachteil bezogen auf die gesamte Tour, die beiden Astanas hätten dann den taktischen Vorteil, dass sie zu zweit wären und sie würden sich den Etappensieg holen. Froome möchte ja die Tour gewinnen, soll doch ER nachfahren, Bardet ist eine Gefahr für ihn! Und sollte Froome nicht fahren wollen, dann reißt er halt eine gewisse Zeit auf Bardet auf, verliert vielleicht das gelbe Trikot und bringt die Spitzenfahrer im Gesamtklassement näher zusammen. Weiters würde sich der Druck auf ihn erhöhen und den anderen Fahrern vorne im Gesamtklassement neue taktische Möglichkeiten geben.

Aber Nein. Beide Astanas spannen ein, ebenso Uran, für den Ähnliches gilt. Unglaublich und nicht sehr schlau, wie ich finde… Einen Etappensieg hat Astana auch schon, daher dürften sie auch nicht besonders unter Druck stehen, einen Sieg überhaupt erst holen zu müssen. Also müssen sie nicht unbedingt die Führungsarbeit übernehmen bzw. sollten warten, bis Froome sie wieder an die Spitze gebracht hätte. Aber sie fahren nach, nehmen lange Führungen, auch Uran macht mit. Natürlich fährt auch Froome vorne im Wind, aber kürzer Ablösungen als all die anderen. Hat Aru vielleicht ein schlechtes Gewissen, weil er Froome attackierte, exakt als dieser für ihn sichtbar einen Defekt anzeigte? Kann ich mir aber auch nicht vorstellen. Zumindest hätten sie ausprobieren sollen, wie sich Froome verhält, wenn entweder Aru oder Fuglsang vielleicht attackiert oder mal ein kleines Loch lässt… Ich finde die gezeigte Aktion im Etappenfinish dumm und wenig weitsichtig. Ich ärgere mich, denn ich halte meist mit den Außenseitern – Froome ist ja haushoher Favorit. Wie ist denn eigentlich die sportliche Leitung von Astana beinander? Will Astana bzw. Aru unbedingt Zweiter der Tour werden und jagen deshalb Bardet nach? So stürzen die Herausforderer den übermächtigen Froome nicht vom Thron, wenn sie gegeneinander fahren. Anyway.

Und was ist rausgekommen? Für Astana nix: Am Schluss werden Aru und Fuglsang 4. bzw. 5. beim Sprint, Uran gewinnt wenigstens die Etappe (knapp, aber doch und somit auch etwas glücklich) und wird für seine taktisch fragwürdige Arbeit belohnt. Froome hat keine Zeit verloren, musste keine zusätzlichen Anstrengungen im Vergleich zu den anderen unternehmen, ist weiterhin nicht besonders unter Druck und kann sich freuen, dass Astana und Uran für ihn gefahren sind. So wird die restliche Tour langweilig, wenn Froome’s Rivalen so (wie eben oben beschrieben) fahren.

 

 

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