Stille 47,4 km zum Dritten – King of the Lake 2017

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Der King of the Lake, das Zeitfahren um den herrlich schönen Attersee ist seit 2015 mein absolutes Saisonhighlight. Für den normalen Straßenverkehr abgesperrte Straßen, viele Zuseher, Fanzonen an der Strecke, ein tolles Start-Ziel-Gelände, perfekte Organisation und über 1000 Sportlerinnen und Sportler ergeben einen einzigartigen Event. Am 30.9. war’s heuer wieder so weit, dass ich dieses Ereignis genießen durfte.

Die Tage vor dem KotL liefen allerdings nicht allzu gut. Zuerst ließ mich die Klemmung der Sattelstütze an meinem Zeitfahrrad (Specialized S-Works Shiv TT) im Stich (LINK). Glücklicherweise konnte ich mich ummelden und mit meinem „Einser-Straßenrennrad“ schlussendlich auch in der Klasse für normale Straßenrennräder starten. Dann verkühlte ich mich noch ordentlich. Entgehen lassen wollte ich mir DAS Ereignis meiner Radsaison aber nicht, daher machte ich mich nicht ganz fit mit ordentlich Medikation im Blut am Vortag des Rennens auf den Weg nach Oberösterreich. Was mich besonders freute war, dass mich Freund A. begleitete, was neben tollen Gesprächen auch eine perfekte Wettkampfbetreuung ergab.

Die Nacht vor dem Rennen war auch nicht ideal: Ich betätigte mich als Schlafwandler und meinte, nachdem ich im Badezimmer irgendwo dagegengelaufen war, dass ebendort unter den Waschbecken auf den kalten Fliesen ein guter Platz zum Schlafen wäre. Irgendwie schaffte ich es mit A.‘s Unterstützung aber dann doch zurück ins Bett.

Am Tag des Rennens konnten A. und ich aufgrund meiner späten Startzeit noch vor der Runde um den See das wunderschöne sonnige Wetter am Attersee sowie das Flair im Start- und Zielbereich genießen. So ca. eine Stunde vor dem Start machte ich mich ans Warmfahren und horchte ganz tief in meinen Körper hinein, der mir dann das Feedback gab, dass es heute trotz noch nicht komplett überstandener Verkühlung gut, aber nicht ideal heute werden würde. Damit war ich zufrieden und ging gut gelaunt auf die Strecke.

Es machte wieder unglaublich viel Spaß um den Attersee, genauso wie bei den letzten beiden Malen, obwohl ich nur mit dem Straßenrenner anstatt dem Zeitfahrer fahren konnte. Ich hatte gute Beine und kam gut ins Rennen hinein. Und dann war dann wieder diese ungewohnte und einnehmende Stille beim Fahren. Keine Autos, kein Lärm. Nur der Sound des eigenen Rades und der Klang des eigenen Atems. Ich fühlte mich wie in leichter Trance. Hypnotisch. Auch das Geräusch eines Scheibenrades eines mich ab und zu überholenden Athleten und die tolle Anfeuerung, wenn man durch eine Fanzone fuhr, konnten mich rausreißen. Ich war glücklich, hier zu sein und konnte die ganzen 47,4 km trotz der Anstrengung genießen. Für solche Momente fahre ich Rennrad! Ganz toll fand ich auch eine Fanzone, wo man mit Kuhglocken (!) angefeuert wurde!

Mit meiner Zeit von etwas über 1:21h im Ziel war ich sehr zufrieden, auch mit dem Gefühl, alles aus mir herausgeholt zu haben, trotz der gesundheitlich nicht idealen Situation. Diese machte sich z.B. durch eigenartige Pulswerte bemerkbar: Ich bewegte mich stets zwischen 170 und 175 Schlägen pro Minute, was für meine Verhältnisse zu niedrig ist. Bei ähnlich langen Belastungen dreht mein Motor normalerweise mit ca. 185 Schlägen pro Minute. Es ist halt immer ein spezielles Dilemma: Nicht fit bei einem Event antreten ist nicht so schlau – aber beim Saisonhöhepunkt passen? Schwierig. Aber egal: Ich erholte mich nach dem Rennen gut und zehrte mental noch lange von den Eindrücken des KotL 2017.

Info zum Material (da gab’s nix zu meckern): Canyon Aeroad mit Ultegra-Gruppe (2016); Easton EC90 Aero Laufradsatz (müsste Modelljahr 2013 sein, 56 mm hoch); Vorne Conti Competition Tubular 22mm, hinten der 24-mm-Reifen aus einem Attack-Force-Set, ebenfalls Tubular; Übersetzung 52-36 vorne, 11-28 hinten (die 28 Zähne hinten waren für diese eine knackige Steigung im letzten Viertel der Strecke ganz gut, denn ich konnte mit flüssigem Tritt hochfahren); KASK Bambino; Grip Grab Überschuhe; Specialized S-Works Road 6.

 

 

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2 Kommentare
  1. Super Foto und viermal die 1 als Startnummer find ich auch leiwand 😉

    • Fotos gab’s gegen Einwurf von Münzen von so einem Fotodienst. 1111 ist schon eine lässige Nummer, aber ich träume natürlich von der 666 😉

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